Was ist ein DSG-Getriebe und warum ist es so in aller Munde? Hier erfahren Sie einiges über das geheimnisvolle DSG-Kürzel und darüber, was sich dahinter verbirgt.
Zunächst zum Kürzel: „DSG“ steht für Direct Shift Gearbox (eng.) oder für Direkt SchaltGetriebe (deutsch).
Bevor die DSG-Getriebe sich eingebürgert haben, waren unter den Automatikgetrieben die hydrokinetischen Getriebe die mit Abstand populärsten klassischen hydraulischen Automatikgetriebe. Bekannt sind allerdings Probleme, die ältere Autos mit Automatikgetriebe bereiten: die Schnelligkeit des Gangwechsels und der Spritverbrauch lassen einiges zu wünschen übrig. Bei modernen DSG-Getrieben verhält es sich allerdings viel besser.

Wie funktioniert ein DSG-Getriebe?

Praktisch jedes DSG-Getriebe verfügt über eine manuelle Schaltoption – die Bedienung ist jedoch ähnlich wie bei jedem anderen Automatikgetriebe. Es gibt das Standard: „PRND” und zusätzliche Fahrmodi (wie etwaSport”). Das Wesen des DSG-Getriebes besteht darin, dass es mit zwei Kupplungen ausgestattet ist – einer kleineren (für gerade Gänge) und einer größeren (für ungerade Gänge). Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein mechanisches Getriebe mit elektronisch gesteuerten Schaltvorgängen, das technisch fortschrittlicher ist als herkömmliche „Automatikgetriebe”. Wie erfolgt der Gangwechsel bei einem DSG-Getriebe? Kennzeichnend ist, dass zwei Kupplungen zusammenwirken – das Getriebe schaltet von einer zur anderen und vollzieht so Gangwechsel in buchstäblich Sekundenbruchteilen.
Woher kommt das? Die Geschichte des DSG-Getriebes reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als man auf der Suche nach einer noch schnelleren Automatik für Rennwagen war. Die Idee der zwei Kupplungen hat sich durchgesetzt. Beim Fahren auf „Eins” hat die Elektronik bereits einen zweiten Gang für die zweite Kupplung vorbereitet. Und so geht es immer weiter – die Software und die Elektronik übernehmen die Vorauswahl der Gänge und alles geht ganz schnell.

Ist das DSG-Automatikgetriebe eine störanfällige Konstruktion? Nun, das ist eine schwierige Frage. Bei ordnungsgemäßer Verwendung können DSG-Vorrichtungen Hunderttausende von Kilometern überdauern, aber irgendwann unterliegt jedes Bauteil Verschleißprozessen. Bei DSG-Getrieben kann z. B.die mechatronische Steuerungshardware den Betrieb verweigern. Wie äußert sich das? Die Dynamik lässt nach, Vibrationen sind spürbar und das Getriebe kann unerwartet schalten.

DSG-Getriebe haben ein Zweimassenschwungrad, das die vom Motor erzeugten Schwingungen ausgleichen soll. Vibrationen können durch den Verschleiß dieser Komponente verursacht werden. Es ist auch zu bedenken, dass der Kupplungssatz (die zwei Kupplungen) ebenfalls ausgetauscht werden muss. Es ist jedoch wichtig, das Öl zu wechseln und das Öl mit den vom Fahrzeughersteller angegebenen Eigenschaften zu verwenden. Andernfalls wird die Lebensdauer des Getriebes stark verkürzt.

DSG-Getriebe – Vorteile

Das DSG-Getriebe ist eine gute Wahl für Fahrer, die ein sportliches Flair wünschen oder einen Sportwagen mit Automatik kaufen wollen. Hier brilliert das DSG – unmerkliche Gangwechsel sind der mit Abstand größte Vorteil. Ein weiterer Vorteil ist die geringere Verlustleistung, so dass der Kraftstoffverbrauch nicht höher ist als bei anderen Automatikgetrieben.

Nachteile?

Der Nachteil ist jedoch, dass das DSG-Getriebe relativ teuer in der Wartung ist. Die Beschädigung eines Bauteils führt dazu, dass man viel Geld ausgeben muss, um das Gerät wieder in Betrieb zu nehmen. Auch kann das DSG-Getriebe für manche ein Ärgernis in der Bedienung sein. Das Schalten vom 2. in den 1. Gang kann sich im gesamten Fahrzeug durch ein unsanftes Verhalten bemerkbar machen. Allerdings ist bei neueren Konstruktionen dieser Fehler praktisch nicht zu bemerken, sofern das Getriebe in gutem Zustand ist.

Das DSG-Getriebe ist eine echte Errungenschaft im Automobilbau. Bei regelmäßiger Wartung wird es uns mit einer sehr ruhigen, angenehmen Fahrt belohnen.