Selbst der stärkste Motor kann ohne das richtige Getriebe nicht die maximale Drehzahl erreichen. Das Getriebe in einem Auto dient dazu, die Motorparameter an die wechselnden Bedürfnisse des Fahrers anzupassen. Sie ermöglicht es, die richtige Motordrehzahl bei einer bestimmten Last und Fahrgeschwindigkeit zu erreichen. Bei einem Schaltgetriebe ist ein Eingriff oder sogar die physische Kraft eines Menschen erforderlich, damit die entsprechenden Gänge für einen ordnungsgemäßen Betrieb ineinander greifen.
Das erste Getriebe wurde – wie die meisten Erfindungen dieser Zeit – in einem Schuppen gebaut, und dieser Schuppen stand auf dem Renault-Familienbesitz. Ohne Auto gäbe es jedoch kein Getriebe. Und das erste Fahrzeug, das diesen Namen verdiente, kam aus dem Schuppen von Benz, dem Mann, der den Ottomotor erfunden hatte. Obwohl sich sein Fahrzeug als bahnbrechend erwies, wies es mehrere Mängel auf, die später von anderen Erfindern aufgegriffen wurden. Der erste Wagen hatte kein Getriebe, sondern nur ein Differentialgetriebe.
500 Kilometer von Meinheim, dem Ort der Erfindung des ersten Autos, entfernt, in Billancourt bei Paris, arbeitete Louis Renault an seiner Erfindung. Zwölf Jahre nach der Markteinführung des Patentwagens Nr. 1 fuhr der junge Renault sein erstes Auto aus der Halle, das über ein Dreigang-Getriebe mit verschiebbaren Zahnrädern und eine Welle verfügte, die den Antrieb vom Motor auf die Hinterräder übertrug. Es ist erwähnenswert, dass Louis Renault diese Welle selbst entwickelt hat. Und es war diese Erfindung, die die bis dahin verwendeten Kettengetriebe fast vollständig verdrängte. Der von Renault eingeführte Direktantrieb erwies sich als revolutionär. Schnell als „Kraftfahrzeuggetriebe” patentiert, wurde es zu einem „Muss” in jedem nachfolgenden Kraftfahrzeug.
Im ersten Jahr erhielt Renault mehr als 70 Aufträge für Fahrzeuge mit Direktantrieb. Der Mechanismus wurde sehr schnell von anderen Herstellern kopiert und brachte dem jungen Louis Renault bis 1914 rund 3,5 Millionen Franken ein. Auf dieser bahnbrechenden Erfindung ruhte sich Renault jedoch nicht aus, sondern meldete in den folgenden Jahren mehr als 170 weitere Patente an. Einige von ihnen erleichtern uns auch heute noch das Leben.
Und wie sah es mit dem Automatikgetriebe aus?
Obwohl man meinen könnte, dass Automatikgetriebe eine relativ neue Erfindung sind, erschien das erste Automatikgetriebe nur 13 Jahre nach der Erfindung des Prototyps des beliebten Schaltgetriebes. Wer, wenn nicht die Amerikaner, hätte auf die Idee kommen können, den Schaltvorgang zu automatisieren! Es geschah in Boston, in der Werkstatt der Brüder Sturtevant. Die erste Automatik hatte zwei Vorwärtsgänge und funktionierte durch die Zentrifugalkraft. Der Effekt war ähnlich wie bei modernen Getrieben – bahnbrechend für die damalige Zeit. Ein weiterer Beitrag zur Geschichte der Entwicklung von Automatikgetrieben war Henry Ford, der als erster ein Planetengetriebe mit zwei Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang entwickelte. Sein Beitrag war jedoch nur halbherzig, denn sein Getriebe musste mit Pedalen bedient werden.
Bald darauf kamen Halbautomaten auf, aus denen die heute beliebte Tiptronic hervorging. Das erste in Serie gefertigte Automatikgetriebe war das Hydra-Matic-Getriebe, das nicht nur in Personenkraftwagen, sondern auch in Militärfahrzeugen eingesetzt wurde. In den 1950er Jahren wurde das CVT-Getriebe für DAF-Traktoren entwickelt. 30 Jahre später wurde die Idee einer Doppelkupplung entwickelt, die sich in Rennwagen hervorragend bewährt hat. Damit begann auch die Ära der populären DSG-Getriebe.