Bis zu tausend Euro und mehr kann die Überholung eines Getriebes kosten. Daher lohnt es sich zu wissen, wie man das Schaltgetriebe pflegt, um seine Lebensdauer mit einfachen Maßnahmen deutlich zu verlängern.

Theoretisch sollte die Lebensdauer des Getriebes derjenigen anderer Fahrzeugteile, einschließlich des Motors, entsprechen. Die Situation ist jedoch nicht immer so gut. Einige Getriebe, wie die der japanischen Marken oder manche von Opel und Fiat, haben eher schwache Wellenlager. Andere Getriebe leiden unter schlechten Synchronisierungen oder Dichtungen. Während Konstruktionsfehler außerhalb des Einflussbereichs des Fahrers liegen, kann dieser durch sein Verhalten die Lebensdauer des Getriebes erheblich verlängern.

Am schädlichsten für Schaltgetriebe sind Schaltvorgänge mit übermäßigem Kraftaufwand in Verbindung mit einer ungenauen Bedienung des Hebels. Wenn ein Gang „nicht eingelegt“ wird, klappert oder nur mit Widerstand einrastet, können Sie sicher sein, dass Sie gerade die Lebensdauer des Getriebes verkürzt haben.

Wie schalte ich die Gänge richtig?

Zuallererst sollten Sie daran denken, das Kupplungspedal fest und tief durchzutreten, um sicherzustellen, dass Sie die Gänge bei halber Kraftübertragung nicht überdrehen. Eine bewährte Technik beim Schalten ist der richtige Krafteinsatz beim Betätigen des Hebels: In der Anfangsphase der Bewegung können Sie viel Kraft aufwenden, aber je näher Sie dem Widerstand kommen, der den nächsten Gang ankündigt, desto mehr sollten Sie die Kraft reduzieren. Mit etwas Übung schränkt dies die Schaltgeschwindigkeit nicht ein, und Sie werden feststellen, dass sich der Schalthebel fast von selbst in den nächsten Gang bewegt.

Es ist für die Getriebelager extrem anstrengend, in hohen Gängen mit niedriger Motordrehzahl zu beschleunigen. Es ist viel besser, die Getriebeübersetzung zu verringern und den oberen Drehzahlbereich zu nutzen, um das Fahrzeug effizient zu beschleunigen. Dies wirkt sich auch positiv auf die Lebensdauer des Zweimassenschwungrads aus (das ebenfalls unter zu niedrigen Drehzahlen leidet). Es ist zu bedenken, dass eine verschlissene oder ausgebaute Zweimassenschwungscheibe sowohl dem Getriebe als auch dem Kurbel-Kolben-System des Motors schadet.

Beim Herunterschalten sollte man daran denken, das Gaspedal kurz vor dem Loslassen der Kupplung zu betätigen. Dadurch werden die Drehzahlen von Motor und Kupplungswelle im Getriebe aufeinander abgestimmt. Dadurch werden sowohl unangenehmes Ruckeln als auch Kräfte, die auf alle Komponenten des Antriebsstrangs wirken, vermieden.

Beim Rangieren vergessen viele Autofahrer, dass es sinnvoll ist, den ersten Gang einzulegen und den Rückwärtsgang erst dann einzulegen, wenn das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist. Bei vielen Modellen lässt sich der Rückwärtsgang nur schwer einlegen. In diesem Fall sollten Sie nicht mit dem Getriebe kämpfen. Wenn Sie einen übermäßigen Widerstand spüren, stellen Sie den Schalthebel in den Leerlauf, lassen Sie die Kupplung los, drücken Sie sie noch einmal und versuchen Sie, den Gang einzulegen. Damit ist das Problem in der Regel behoben.

Das Getriebe ist mit viel dickerem Öl gefüllt als der Motor. Daher ist es nicht sinnvoll, auf den ersten Kilometern, im Winter sogar auf etwa einem Dutzend Kilometern, die volle Motorleistung zu nutzen. In einem Schaltgetriebe befinden sich normalerweise etwa 1-2 Liter Öl. Es ist nicht viel. Daher reichen relativ kleine Leckagen aus, damit das Getriebe mit zu wenig Schmierstoff in Betrieb geht, was zu einer Überhitzung der Elemente und deren unzureichender Schmierung führt. Öllecks am Getriebe sollten daher sofort nach Entdeckung beseitigt werden.